DIE SIEBEN LEBEN DES MAXIMILIAN

FIN AL CUNFIN —
EINE GRENZÜBERSCHREITUNG

14:00 Uhr — Hochfinstermünz, Bierweg / Einmündung Via Claudia Augusta
16:00 Uhr — Vinadi / Weinberg
Im Anschluss gibt es ein Fest mit Ils Fränzlis da Tschlin in Altfinstermünz

Komposition, Konzept: Daniel Ott
Regie, Konzept, Zuspielungen: Enrico Stolzenburg
Texte: Der Ewige Landfriede, Glurnser Lied, Konrad Celtis
Dirgenten, Einstudierung: Daniel Waldegger, Duri Janett, Maria Pardeller, Cla Duri Janett-Vital, Pasquale Bonfitto, Katharina Mayer, Jon Flurin Kienz
Saxofon: Remo Schnyder
Akkordeon: Hans Hassler
Trompete: Ralf-Werner Kopp

Ils Fränzlis da Tschlin
Musikkapelle Nauders
Società da Musica Tschlin
Cor masdà Tschlin
Società da Musica Ramosch
Cor masdà Valsot
Chor Nauders / Reschen
Freiwillige Feuerwehr Nauders
Oberländer Landsturm Silz
Bergrettung Nauders
Jungkrampusse Nauders
Jägerschaft Nauders
Alwin Chemelli (Bannergestaltung)

Die Grenz-Anlage Altfinstermünz steht als akustische Installation im Zentrum dieser Musiktheater-Aktion. Dieses historische Bollwerk wird durch einen einziehenden „Triumphzug“ von der schweizerischen Seite, über einen ausziehenden „Trauerzug“ auf der österreichischen Seite und umgekehrt, erreicht, erfahren, durchwandert und verlassen. Die Aktion zitiert Texte sowohl aus dem unter Maximilian verkündeten „Ewigen Landfrieden“ und der kriegerischen Auseinandersetzungen des Jahres 1499 als auch die aktuelle Debatte über die weiterhin bestehende Grenze – heute eine Außengrenze der EU. Durch das Mitwirken der Bewohner beider Regionen und ihrer Sprachen wird das Trennende thematisiert und überwunden.

GRENZFESTUNG ALTFINSTERMÜNZ

Finster?
Das war einmal.
Durch sorgfältige Restaurierung präsentiert sich die ehemalige Grenz- und Zollstation Altfinstermünz unweit des Reschenpasses bei Nauders heute als schmuckes Relikt vergangener Zeiten. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde Altfinstermünz im Jahr 1159. Einst war die Passage an der Zollstation am Flussufer der tiefen Innklamm bei Reisenden und Händlern gefürchtet, zum einen wegen der Naturgefahren und zum anderen wegen brutaler Überfälle auf diesem Teilstück der alten Römerstraße „Via Claudia Augusta“ Der Name allein verhieß schon nichts Gutes: Das Wort Finstermünz stammt vom indogermanischen „mintsja“, was „bedrohlich emporragender Fels“ bedeutet. Im Jahr 1300 wurden nachweislich Maut und Zoll eingehoben, die ersten Befestigungsbauten wurden ab 1472 errichtet. In der Folge diente Altfinstermünz als Bollwerk im Engadinerkrieg. Ab 1652 war Finstermünz die Grenze zwischen Tirol und Graubünden. Die alte Zollstation wurde 1779 aufgelassen und nach Martinsbruck verlegt. Während der napoleonischen Koalitionskriege 1799 gab es heftige Kämpfe mit über 300 Gefangenen. Ab 1856 wurde Altfinstermünz wegen der Vollendung der neuen, weit oberhalb verlaufenden Reschenstraße bedeutungslos.

Grenzfeste Altfinstermünz: Ein Symbol der Völkerverbindung

In dieser engen Schlucht tobten also früher heftige Grenzstreitigkeiten, und die europäische Geschichte widerspiegelte sich hier auf engstem Raum. Zum Glück sind diese Zeiten nun vorbei. Heute zeigt sich umso mehr der grenzüberschreitende, völkerverbindende Charakter von Altfinstermünz. Denn dank aufwendiger Restaurierungsarbeiten durch den Verein Altfinstermünz mit seinem Obmann Hermann Klapeer erstrahlt jetzt die Grenzfeste in neuem Glanz. Bis zum Jahr 2001 war die alte Grenzfeste dem Verfall preisgegeben und nur noch als Bild- und Fotomotiv interessant. Dann gelang es dem aus vier Mitgliedsstaaten zusammengesetzten Verein Altfinstermünz, die umliegenden Gemeinden, Torusimusverbände, Schweizer, Südtiroler und Tiroler Anrainer zur Restaurierung des einzigartigen Ensembles über ein EU-Interreg-Programm zu bewegen. Nennenswert ist nicht nur der zinnenbewehrte Brückenturm, das sogennannte Siegmundseck, in der Flussmitte mit der Pechnase über der eindrucksvollen Holzbrücke. Auch auf dem fünfgeschossigen Wohn- und Wehrturm befindet sich eine Pechnase, die weit über die Straße hinausragt. Zum Felshang hin zieht sich eine Mauer mit Wehrgang. Auf dem Felsenvorsprung selbst liegt ein Geschützturm, der einstmals mit einem hölzernen Wehrgang versehen war und durch Stollen mit einer Höhle verbunden war. Über die Felsen selbst wurde ein Schutzgitter gespannt, um die Gefahr von Steinschlag und Felsstürzen zu tilgen. Neben diversen anderen Vorbauten, dem Wirtschaftsgebäude und der Kapelle Maria Himmelfahrt wurde in über 30.000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden auch der Klausenturm mit seinen alten, getäfelten Stuben restauriert, um für Veranstaltungen und Ausstellungen gerüstet zu sein. Ziel ist es , die Grenzfestung zu einer Erlebnis- und Kulturburg mit Museumscharakter für Ausflugsgäste, Wanderer, Schulen usw. zu machen. Altfinstermünz hat alle Voraussetzungen, zu einem Ort der Begegnung zu werden, unabhängig von politischen Grenzen, von verschiedenen Sprachen, von anderen Glaubens- und Regierungsformen. Die Erfahrung der letzten 10 Jahre hat gezeigt, dass hier eine völkerverbindende Einheit entstanden ist und die Europaregion im Kleinen gelebt wird.

http://www.europaregion.info/de/grenzfeste-altfinstermuenz.asp



SCHWEIZER- oder SCHWABENKRIEG 1499

Einleitung, Problemfälle

Kaum bekannt ist der Schweizer - oder Schwabenkrieg. In der Schweiz ist die Auseinandersetzung eine zentrale Begebenheit in der Nationalgeschichte, da vor allem im 19. Jahrhundert der Krieg für ein Integrationsprozess missbraucht und fehl gedeutet worden ist.

Die Eidgenossenschaft war integraler Bestandteil des Heilligen Römischen Reiches, dass ja unter dem Kaisertum der Habsburger stand. Die Eidgenossenschaft, praktisch ein Städteverband von 10 Orten (dies waren Zürich, Bern, Luzern, Schwyz, Uri, Unterwalten, Zug, Solothurn und Fribourg [Uechtland]) entwickelten eine Art Eigenleben innerhalb des Reiches, dies lässt sich ablesen, alsdann die Eidgenossen eine Art eigenes Gesandtenkongress (Tagsatzung) hatten. Diese Tagsatzung bestand aus Gesandten der jeweiligen Herrschaft der einzelnen Städten. Sie warten nicht sonderlich effektiv, es wurde oft mehr debattiert als beschlossen, oft erschienen auch Orte nicht, weil sie die angesetzten Themen nicht für sie relevant fanden. Somit ist z. B. Fribourg zu einer Tagsatzung nicht erschienen, zu der sie aber selbst geladen hatten.

Für die Eidgenossenschaft wurde die Luft jedoch zum Ende 15. Jahrhundert immer dünner. Sie strebten nach Selbstverwaltung gegenüber der Hausmacht der Habsburger und erweiterten in kleinen Scharmützeln (letztlich auch die Burgunderkriege [1447 - 1477]) immer mehr Land und zogen damit auch die Wut des schwäbischen Hochadels auf sich, da der nun eine Bedrohung durch die Eidgenossenschaft sah. Somit wurde auf schwäbischer Seite gegen die Eidgenossen gehetzt und sie immer wieder geschmäht. Durch Quellen auf Eidgenössischer Seite sind Sehimpfworte belegt, die die Eidgenossen als „Kälblimacher“ oder auch „Kugkyer“ bezeichneten – in Anspielung auf die Kuhzucht innerhalb der Eidgenossenschaft, die unterstellt, dass die Eidgenossen mit ihren Kühen Hochzeit machen und sie mit ihnen schlafen.

Besonders markant sind die immer wieder auftauchende Beschreibungen von Kühen die die Schwaben entlang des Rheines aufgestellt haben, die Eidgenossen zu Vermählung mit ihnen aufgefordert haben. Dies ging soweit, dass man sogar Hochzeitskleider verwendete und die Kühe damit schmückte. Darüber hinaus, waren Schmähungen wie Zuordnungen der Eidgenossenschaft zum dritten Stand üblich. Weiter bezeichnete man sie als Türken (Zeitfenster beachten!!!), als Wilde, als Barbaren. Auch die Bezeichnung der „Schweizer“ war eine der Beleidigungen, welche die Eidgenossen im Stolz danach für sich selbst verwendeten. Im Gegenzug waren aber die Eidgenossen auch nicht zimperlich: „Sauschwaben“ war die Antwort auf die Schmähungen sowie „feige Memmen“. Weitere Beleidigungen jedoch sind nur spärlich in Quellen zu finden.

1458 eskalierten gegenseitige Schmähungen zum ersten Mal: Im sog. Plappertkrieg (plappern = reden, quasseln) zogen einige freie Landsknechte und Bauernhaufen nach Konstanz und plünderten und beschädigten Häuser. Die Eidgenossen formten sich immer wieder zu Rachezügen, da ein Ignorieren der Schmähungen als Ausschluss aus der Christenheit galten. Diese Züge brachten den Eidgenossen noch mehr Schmähungen ein: sie seinen geldgierig, beutesüchtig wären Betrüger, fieß und hinterlistig. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gipfelten die Schmähungen immer mehr.

Doch das ist nicht das ganze Konfliktpotenzial: Mit der Bildung des Schwäbischen Bundes als Koalition zur Verteidigung des Königs Maximilian in Vorderösterreich (damals die schwäbisch/badische und Eidgenössische geographische Lage) engten die Schwaben die Eidgenossen noch mehr ein, bzw. sie widerstrebten den Bündnissen, den eidgenössische Orte eingingen. Zugewandte Orte der Eidgenossen (bis heute noch die Stadt Rottweil) waren vertraglich gebunden Kriegshilfe zu leisten, falls der jeweilige eidgenössische Ort in einen Krieg verwickelt worden wäre. Während des Krieges ergriff auch Frankreich die Zugewandtheit, nicht ganz uneigennützig, wie später erwähnt.) Der Schwäbische Bund hat durchaus versucht eidgenössische Landsknechte anzuwerben. Auch König Maximilian hätte in Innsbruck einmal betont, die „Eidgenossen sind ungebärdige Mitglieder des Reiches“ und damit zum Kriegsdienst verpflichtet. Doch Maximilians Kassen waren leer, die freien Städte der Eidgenossenschaft und später Frankreich zahlten mehr, somit wurde ein Engagement für König Maximilian völlig uninteressant. Jedoch waren in manchen Orten der Eidgenossenschaft jedoch Tendenzen zu erkennen, die in Richtung des Reiches gingen.

Die territorialen Problemfälle sind von weitaus weniger Bedeutungen, diese werden erst durch das Reichskammergericht kompliziert. Der Konflikt ist hauptsächlich im Thurgau zu sehen. Dieses gehört nur bis 1460 zum Reich, das Hoch- und Blutgericht ist aber in Konstanz, also einem Mitglied des Schwäbischen Bunds. Damit wäre das Thurgauer Landgericht also vollständig in Hand des Reiches, ein Umstand, der der Eidgenossen die Gerichtsbarkeit nahm. Basel und Solothurn streiten sich hingegen um die Hoheitsrechte im Juragebirge. Basel bleibt bis zum Schluss des Krieges neutral und wird zum Vermittler. Ein weiterer Konflikt war Graubünden, das schon als traditioneller Konflikt zwischen Eidgenossen und Reich galt. Dieser Umstand wird zum entscheidenden Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringen soll.

http://www.forum-geschichte.at/Forum/showthread.php?tid=7



Karl Klüpfel: Akten zum Schwabenkrieg (Auszug)

Ordnung gegen die aidgenossen zu Costantz by gantzer versammlung beschlossen uff Sebastiani anno 99.

29. März 1499.

Hauptleute und Räthe im Engendin an die Statthalter zu Inspruck.
Am Montag (28. März) seien sie von Nuwders auf das weitere Engendin gerückt, aber der engen Ruck wegen immer aufgehalten woden. Mittwoch seien sie gen Zornetz gekommen. Da sich der Feind gestärkt und am Inzug eine gute Letzin habe, so haben sie nicht weiter, als an das obere Engendin rücken können. Aber das ganze untere Engendin, auf 17 Dörfer, darunter 8 grosse, haben sie aus dem Grund geschlaizt und gebrannt. Viele deren Zahl sie nicht wissen, haben sie unterwegs gehenkt, erstochen, verbrannt, 456 gefangen, die sich frei ergeben haben. Die Klause zu Zornetz haben sie auch abgebrochen, und die zu Platenfal; ihre Fähnlein sollen sie (die Inwohner) überantworten. Der Haller Fähnlein haben sie lange nicht gehabt. Sie haben ihnen 6000 Stück Vieh genomen. Wären die Hauptleute im Waldgöw auf das Gestaig gerückt und hätten sie sich am Rhein nicht gehindert, so hätten sie sich ohne sondere Noth mit einander vereinigen können; hoffentlich werde es aber noch geschehen; die Feinde seien für und für flüchtig, und hinter die Letzin zu Inzug gezogen. Sie (die Deutschen) seien auf 5000 stark gewesen. Datirt zu Schuls.

Den 29. März schreibt Wilhelm Besserer den Städten der 12jährigen Einung einen Tag gen Ulm auf Sonntag Quasimodogeniti aus, theils wegen der Eidgenossen, theils wegen der Wahl eines Hauptmanns und der Räthe. Wenn auch kein Bund vorhanden wäre, so wäre es doch nicht unbillig, dass sich die Städte in diesen Sachen getreulich unterredeten.

Schmid'sche Sammlung Nro. 4. aus dem Senkenbergischen Pundtbuch.

Den 29. März (Charfreitag) habe Ulrich von Habsperg mit andern vom Adel und der Landschaft des ganzen Unter-Engendin geschleift und verbrannt, das Schloss Strasburg verbrannt, 3000 Haupt-Viehs herausgebracht, 460 Bauern gefangen, 200 erschlagen.

Ist vollständig abgedruckt in Anshelms Berner Chronik herausgegeben von Stierlin und Wysz. Bd. II. pag. 292 u. ff.



Die Schlacht an der Calven (22. Mai 1499)

Während der Kämpfe an Bündens Nordgrenze sammelte Graf Ulrich von Habsberg ein beachtliches Heer im Vintschgau. Dessen Stossrichtung war unschwer zu erraten: das Engadin. Ein erster Vorstoss über den Ofenberg wurde von den Bündnern über die Grenze zurückgeworfen (Gefecht auf Champlönch). Gewarnt, verschanzten sich die Kaiserlichen hinter einer starken Talsperre an der Calven. Gräben, Wälle, Pallisaden und feste Artilleriestellungen sollten vor überraschendem Angriff schützen. Etwa 2000 Tiroler verteidigten die Letzi, während die Hauptmacht aufgegliedert in verschiedene Gruppen bei Glurns, Mals und Malserheide bereit war, zugunsten der Verteidiger an der Calven einzugreifen. Einen günstigen Beobachtungsposten hatte Graf Habsberg bei den Burgen Reichenberg-Rotund ob Taufers installiert.

Das tirolerische Heer mag etwa gleich stark wie das Bündnerische gewesen sein, aber dank zahlreicher Söldnertruppen wohl einheitlicher bewaffnet. Dafür dürfte auf seiten der Bündner der unbedingte Siegeswille höher gewesen sein.

Von Maximilian erhielt Graf Habsberg die Weisung, defensiv zu verharren, bis der Kaiser mit Verstärkung eingetroffen sei. Aber der ungestüme Angriffsgeist der Bündner machte diesen Defensivplan zunichte.

Mitte Mai sammelten sich die Bündner im Raume Zuoz im Engadin. Nacheinander trafen die verschiedenen Fähnlein ein. Benedikt Fontana, als bischöflicher Vogt auf der Burg Riom, führte das Fähnlein der Oberhalbsteiner. Es mögen im Laufe einiger Tage etwa 6000-8000 Mann zusammengekommen sein. Bald zog die stattliche Heerschar dem Feind entgegen, über den Ofenberg in den Angriffsraum Müstair-Taufers. Es sollen auch einige hundert Eidgenossen dabei gewesen sein. Die Bündner drängten zum Angriff, denn als «Bauernmiliztruppe» waren sie, im Gegensatz zu Söldnerheeren, nicht in der Lage) im Felde untätig zu verharren. Und es war Mitte Mai, die Heuernte rief! Der Gegner, Graf Habsberg, verhielt sich weisungsgemäss defensiv und fühlte sich wohl auch sicher hinter seiner starken Calvensperre. Auf Bündnerseite beriet ein Kriegsrat, zusammengesetzt aus den wichtigsten militärpolitischen Führern aus den drei Bünden, angeblich versammelt in der Chasa Chalavaina in Müstair, wie der starken, feindlichen Stellung am ehesten beizukommen wäre.

Ein Frontalangriff schien wenig erfolgversprechend, und so entschied man sich zur einzig aussichtsreichen Lösung. Ein starkes Detachement (ein Drittel) sollte über die Berge nördlich Taufers (Tellialp) in einem Nachtmarsch die Malserheide unbemerkt vom Gegner gewinnen und die Sperre im Rücken angreifen. Ein kühnes, gewagtes Manöver. Das entscheidende Problem war die zeitliche Koordination zwischen Umfassungs- und Frontangriff. Kam der Frontangriff zu früh, traf er auf eine noch intakte Sperre, erfolgte er zu spät, so könnte der umfassende Teil in grosse Schwierigkeiten geraten, gar Gefahr laufen, aufgerieben zu werden. Wie koordinieren, war die heikle Frage. Man entschied, beim Angriff der Umgehungskolonne im Rücken der Sperre als deutliches Signal einen Stall auf der Malserheide anzuzünden. Ob dieses Signal von der Hauptmacht gesehen wurde, ist umstritten, ebenso wie der genaue, nächtliche Umgehungsmarsch. Sicher scheint hingegen, dass die nächtliche Kolonne auseinander geriet und getrennt im Raum Schleis-Laatsch eintraf, sich aber bald zum Angriff auf die Rückseite der Sperre vereinte. Unbestritten ist auch, dass der Kriegsrat in der Chasa Chalavaina in heftigem Zwiespalt über den besten Angriffszeitpunkt war. Es soll zwischen «Falken» und «Tauben» so hitzig zugegangen sein, dass es zu Handgreiflichkeiten gekommen sei! Schliesslich, man darf wohl sagen glücklicherweise, setzten sich die "Falken» durch, der Frontalangriff gegen die starke Sperre begann. Und es war höchste Zeit, denn die Umfassungstruppe musste in ihrem tapferen Bemühen, die Letzi zu schwächen, sich auch der starken Reserven Habsbergs erwehren, und da aus ihrer Sicht der Frontalangriff einfach nicht beginnen wollte, lief sie nach einem langen Kampf höchste Gefahr, der feindlichen Übermacht zu erliegen.

Nach der Überlieferung soll der Frontalangriff erst im dritten Anlauf durchgeschlagen haben, dann gab es nur noch Verfolgung und Flucht. Die wutentbrannten Bündner gaben keinen Pardon. Bis Schlanders, das Etschtal hinunter, zog sich ihre blutige, plündernde Spur. Nach wenigen Stunden hatte sich das siegreiche Heer in marodierende Haufen aufgelöst, die mit Beute beladen und gestohlenes Vieh treibend raschestens heimzu strebten. Aus Wut über die Niederlage ermordeten die Tiroler die 30 Engadiner Geiseln in Meran.

http://www.burgenverein-untervaz.ch



Die Calvenschlacht (1499) in der Dichtung von Max SILLER

Das Bündner- oder Glurnser Lied (Auszug)

Das schreckliche Kriegsgeschehen an der Calven bei Glurns im Mai 1499 ist verständlicherweise nicht nur in die chronikalische Überlieferung eingegangen, sondern wurde auch in der kontemporären Liedpublizistik thematisiert. Dass es sich dabei großteils um schweizerische Dichtungen handelt, hängt – wie im gesamten Schweizer- oder Schwabenkrieg – mit dem Kriegsglück zusammen: Die Eidgenossen und Bündner dominierten auf dem Schlachtfeld, und „mit den eidgenössischen Siegesliedern konnte man auf der gegnerischen Seite aus Mangel an Erfolg nicht konkurrieren“.*

Obwohl die druckmäßige Verbreitung vor allem in der zweiten hälfte des 16.Jahrhunderts fällt (neun Einzeldrucke zwischen ca. 1545 und 1609 in Zürich und Basel)*, ist dieses „historische Volkslied“ sicher zeitgenössischen Ursprungs und ist damit entstanden, bevor es um die Calvenschlacht zu Mythologisierung und Legendenbildung auf breiter Basis kommen konnte. Das Lied ist nämlich erstens als (defekter) zeitgenössischer Einblattdruck (Basel, L.Ysenhut 1499/1500) erhalten und ist zweitens als Manuskript in der „Reimchronik über den Schwabenkrieg“ des Hans Lenz (1499) enthalten. Das Bündner Lied oder Glurnser Lied kann somit wohl als das berühmteste literarisches Denkmal des Calvengeschehens genannt werden.

* Frieder Schanze, Der Schwabenkrieg, in: Die deutsche Literatur des Mittelalters – Verfasserlexikon.

http://www.literature.at/viewer.alo?objid=12164&viewmode=fullscreen&rotate=&scale=3.33&page=1



DER EWIGE LANDFRIEDEN

von 7. August 1495

§ 1 Niemand, gleich welcher gesellschaftlicher Stellung, darf jemand anderen bekriegen oder sonstiges Leid zufügen.

§ 2 Alle bestehenden Fehden werden aufgehoben.

§ 3 Jeder, der dieses Verbot bricht, wird, gleich welchen Standes, mit der Reichsacht belegt.

§ 4 Jeder ist verpflichtet, einen des Friedbruches Verdächtigen zu stellen oder zu melden.

§ 5 Wer gegen § 4 verstößt, verliert selber jegliche Vorrechte.

§ 6 Kammerrichter und Reichstag unterstützen die durch Fehden Geschädigten.

§ 7 Reisige Knechte sollen als gefährliche Elemente nirgends geduldet werden.

§ 8 Verbrecher gegen die geistlichen Gesetze sollen wie Verbrecher gegen das weltliche Gesetz bestraft werden.

§ 9 Dieser Landfriede soll durch spätere Gesetze nicht außer Kraft gesetzt werden können. § 10 Wer nicht zum Wohle des Friedens beiträgt, verliert all seine Privilegien und Rechte.

§ 11 Niemand darf diesen Frieden aufgrund irgendeines Privilegs, seines Standes oder aus irgendeinem anderen Grund missachten.

§ 12 Dieser Friede soll keine anderen, bereits bestehenden Gesetze aufheben.



ZU EHREN VON KAISER MAXIMILIAN I.

ZWEI EPIGRAMME und ein kurzer Auszug aus LUDUS DIANAE von Konrad Celtis

LATEIN – DEUTSCH

Übersetzung von Prof. Dr. Florian Schaffenrath







Bitte richten Sie sich auf Fußwege in zum Teil unbefestigtem Gelände ein.



Shuttle-Transfer

Zur Veranstaltung in Altfinstermünz wird ein kostengünstiger Shuttle-Transfer (Hin- und Rückfahrt) angeboten.

Pauschalpreis pro Person: EUR 15,00

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre fahren gratis!


Anmeldefrist bis zum: 26.06.2019


Zustiegsmöglichkeiten:

Ab Innsbruck

• Innsbruck: Busbahnhof Heiliggeiststraße/Spardabank
• Völs: Jet Tankstelle CYTA
• Zirl West: Spar
• Pettnau: Rasthaus Rosenberger
• Telfs: Shell Tankstelle/Umfahrung
• Ötztaler Höhe: OMV Tankstelle
• Imst: FMZ
• Landeck/Zams: Bahnhof

Ab Unterland

• Kitzbühel: Bahnhof
• St.Johann: Steinlechnerplatz
• Kufstein Nord: McDonalds
• Wörgl: Salzburgerstraße Lidl/Hofer
• Rattenberg: Parkplatz West
• Wiesing: Busstop
• Schwaz: Wopfnerstraße Busterminal B/Stadtgalerien
• Wattens: ÖAMTC
• Hall: Gasthof Badl



Paketpreis für den Shuttle-Transfer mit Hin- und Rückfahrt zu allen Stationen der „Sieben Leben des Maximilian“ (20.06.–23.06. & 28.06.–30.06.2019) pro Person EUR 95,00.

Ticket-Buchung und Fragen zum Bus-Transfer:

Martina Becker
Busreisen Tirol GmbH
0043 512 24555
martina.becker@lueftner.at

Stornobedingungen:
Für die jeweilige Veranstaltung kostenlos bis zur Anmeldefrist, danach bzw. bei Nichterscheinen 100%.

Alle Preise sind inkl. Steuern und Mautgebühren. Die Reisebetreuung findet durch einen qualifizierten Busfahrer statt.

Mit Unterstützung von Pro Helvetia, Schweizer Kulturstiftung



Durchführender Veranstalter / Projektleitung: Verein Altfinstermünz / Hermann Klapeer

Logo Land Tirol Logo Innsbruck Logo Tirol