DIE SIEBEN LEBEN DES MAXIMILIAN

DIE JAGD

21:00 Uhr — Stift Stams

Komposition, Konzept: Eleftherios Veniadis
Regie, Konzept: Eleni Efthymiou
Texte, Konzept, Dramaturgie: Gerhild Steinbuch
Choreografie: Gracia Kasenbacher Harar
Kostümdesign: Veronika Stemberger
Masken: Martha Foka
Regie- und Produktionsassistenz: Katarina Mair
Einstudierung: Martin Dosch, Hermann Eiter, Ensemble Amarena (Maria Erlacher, Markus Forster), Thomas Kranebitter, Eduard Randolf, Petra Schmid-Weiß, Notburga Fuchs, Irina Golubkowa, Helmut Rödlach

Markus Forster (Countertenor)
Oliver Natterer (Tenor)
Johannes Bergmann (Tenor)
Samuel Strobl (Tenor)
Jakob Peböck (Bariton)
Hanspeter Niedermair (Bass)
Matthias Kofler (Bass)
Albert Knapp (Orgel)
Emma Fiegl (Sopran)
Eva Puelacher (Sopran)
Christina Schöpf (Reiterin)
Simon Mair (Flügelhorn)
Männergesangsverein Rietz
Silzer Männerchor
Musikkapelle Stams
Chor der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Edith Stein
Schulchor des Meinhardinums
Schultheatergruppe des Meinhardinums
Stamser Dorfbühne
Feuerwehr Stams

Maximilian galt als ständiger Erfinder: Nicht nur seiner selbst. Darum bemüht, durch Reformen eine territoriale Einheit zu schaffen, ging es nicht zuletzt darum, vereint gegen den gemeinsamen Feind, die Türken zu stehen – und doch letztenendes Frieden zu schließen. Aber kann (eine) Geschichte vom Frieden erzählen, wenn sie nur von Männern geschrieben wird?
Maximilians Ziel war es, unsterblich zu werden: DIE JAGD erweckt ihn humorvoll wieder zum Leben. Der Walk (Spaziergang) führt die Zuschauenden auf den Spuren des Kaisers durch verschiedene Stationen seines politischen Wirkens. Dabei verschwimmen auf absurde Weise sowohl die Grenzen zwischen Performer*innen und Zuschauenden als auch zwischen historischer Vergangenheit und Gegenwart.

Die Jagd

Der im Jahr 1495 unter Kaiser Maximilian I. verkündete Landfriede gilt durch sein Verbot des mittelalterlichen Fehderechts als friedensstiftende, gemeinschaftsbildende Maßnahme, die sich in Zusammenhang mit den anderen Reformen des Reichstag zu Worms als Grundstein des Prinzips der Rechtsstaatlichkeit lesen lässt. Gleichzeitig legte der Wormser Reichstag die Basis für eine Entwicklung, die man als Institutionalisierung der Türkenabwehr bezeichnen kann.

DIE JAGD verbindet historische Fragen nach Institutionalisierung und Gemeinschaftlichkeit mit den Herausforderungen eines gegenwärtigen, globalisierten Europas, seinen Zusammenschlüssen und Feindbildkonstruktionen. Ausgehend vom in Stift Stams 1497 angebahnten Waffenstillstand mit dem Osmanischen Reich, bei dem neben Gesprächen auch eine gemeinsame Jagd abgehalten wurde, soll das Projekt den Begriff der Friedensverhandlung kritisch und humorvoll befragen: Wie friedlich kann DIE JAGD nach dem Frieden sein? Welche Rolle spielen Eigeninteressen? Wer ist der sogenannte Feind und wer konstruiert ihn? Wie wird Geschichte geschrieben?

„Ich sitz in meinem Zimmerchen
Draußen zieht die Welt vorbei
Das Zimmerchen ist mir die Welt
Hier sind wir unter uns
Kein Fremder der da eindringt reinkommt
Keine echte Welt“

Maximilian I. galt als Pionier auf vielen Gebieten – und vor allem als Erfinder seiner selbst: In DIE JAGD treten seine unterschiedlichen Persönlichkeiten miteinander auf humorvolle Weise in Dialog und Konflikt, handeln mit- und gegeneinander Waffenstillstände aus, fallen sich ins Wort und nehmen sich die Geschichte vom Mund ab, um sie anders weiter zu erzählen. Maximilian ist dabei nicht nur als historische Figur mit unterschiedlichen Ausprägungen präsent: Vielmehr treten auch zeitgenössische Versionen seiner selbst auf, wie sie in den Selbstdarstellungen unterschiedlicher Politiker – von Sebastian Kurz bis Donald Trump – durchscheinen, sowie fiktive Versionen: sowohl aus seinen eigenen Werken als auch frei erfundene. Maximilian ist hier nicht nur historische Persönlichkeit, sondern Spiegel- und Zerrbild einer Welt der Selbstdarstellung, die sich im ständigen Konflikt zwischen dem Bestreben nach Gemeinschaft und friedlichem Zusammenleben auf der einen und der eigenen Wichtigkeit auf der anderen Seite befindet. So ist mit Maximilian letztenendes auch jede*r einzelne Zuschauer*in mit gemeint: Jede*r kann Maximilan sein – im guten wie im schlechten Sinne.

„Wenn man ein echter Ritter ist
Wenn man echter Kämpfer ist
Wenn man ein echter Weltmann ist
Wenn man eine Schönheit ist
Das ist schon was Schönes“

Denn wer über Gemeinschaft spricht, spricht immer auch über Grenzen. Grenzen, die das Wir definieren, innerhalb dessen man sich aufgehoben und sicher fühlt. Aber wer bestimmt diese Grenzen, wie wurden sie historisch gezogen und warum? Wer definiert die Grenzen des Europas der Gegenwart, die es zu verteidigen gilt? Und wessen Geschichte wird gehört, wenn wir von „unserer“ Geschichte sprechen?

„Wir sehn sie uns an die Bilder von der Welt
Wir schaun da ordentlich rein
Wir betrachten die Heldengeschichten
Wir sind die Bilder die wir uns von andren machen
Ein Held steht gerade merkst ihm nichts an
Ein Held ist einer den der Weltwind nicht umweht
Ein Held tritt auf die Geschichte beginnt
Weil die Geschichte beginnt“

Als „Frauenzimmer“ bezeichnete man an den Höfen des 15. Jahrhunderts den Hofstaat der adeligen Hausherrin sowie ihre Gemächer. Er wurde getrennt vom Hofstaat des Mannes geführt, durch eine eigene Ordnung geregelt und befand sich oft in einem anderen Teil des Gebäudes. So entstanden zum einen Freiräume, zum anderen waren die Frauen weiterhin in der Rolle der bewundernden Beobachterinnen gefangen. Auch DIE JAGD wird von Männern erzählt. Wer seinen Platz in der Geschichte beanspruchen möchte, muss die Männlichkeit in sich entdecken – oder sie zumindest möglichst standfest behaupten. Bis am Ende Europa zu Wort kommt, Europa als junge Frau, als Mädchen, das eine zukünftige, andere Gemeinschaft formuliert – und vielleicht auch den Weg dorthin weist.

Die Performance wird in Form eines Walks (Spaziergangs) abgehalten. Nach einem gemeinsamen Startpunkt vor dem Stift wird das Publikum auf mehreren verschiedenen Wegen durch das Stift geführt, um schließlich am Ende wieder aufeinanderzutreffen und anschließend gemeinsam Epilog und das Ende der Performance im Freien zu erleben. Somit werden Wiese und Gelände vor der Stiftsbasilika, die Stiftsbasilika selbst, der Bernardisaal, der Kapitelsaal und das Außengelände bespielt.

Komposition, Konzept: Eleftherios Veniadis
Regie, Konzept: Eleni Efthymiou
Texte, Konzept, Dramaturgie: Gerhild Steinbuch
Choreografie: Gracia Kasenbacher Harar
Kostümdesign: Veronika Stemberger
Masken: Martha Foka
Regie- und Produktionsassistenz: Katarina Mair
Licht- und Tontechnik: Tom Hosch

Einstudierung:
Martin Dosch
Hermann Eiter
Ensemble Amarena (Maria Erlacher, Markus Forster)
Thomas Kranebitter
Eduard Randolf
Petra Schmid-Weiß
Notburga Fuchs
Irina Golubkowa
Helmut Rödlach

Mitwirkende:
Markus Forster (Countertenor)
Oliver Natterer (Tenor)
Johannes Bergmann (Tenor)
Samuel, Strobl (Tenor)
Jakob Peböck (Bariton)
Hanspeter Niedermair (Bass)
Matthias Kofler (Bass)
Emma Fiegl (Sopran)
Eva Puelacher (Sopran)
Musikkapelle Stams
Simon Mair (Flügelhorn)
Albert Knapp (Orgel)
Männergesangsverein Rietz
Silzer Männerchor
Chor der Kirchlich-Pädagogischen Hochschule Edith Stein
Schulchor des Meinhardinums
Schultheatergruppe des Meinhardinums
Stamser Dorfbühne
Feuerwehr Stams
Christina Schöpf (Reiterin)

Shuttle-Transfer

Zur Veranstaltung in Stams wird ein kostengünstiger Shuttle-Transfer (Hin- und Rückfahrt) angeboten.

Pauschalpreis pro Person: EUR 15,00

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre fahren gratis!


Anmeldefrist bis zum: 14.06.2019


Zustiegsmöglichkeiten:

Ab Oberland

• Landeck/Zams: Bahnhof
• Imst: FMZ
• Ötztaler Höhe: OMV Tankstelle

Ab Unterland

• Kitzbühel: Bahnhof
• St.Johann: Steinlechnerplatz
• Kufstein Nord: McDonalds
• Wörgl: Salzburgerstraße Lidl/Hofer
• Rattenberg: Parkplatz West
• Wiesing: Busstop
• Schwaz: Wopfnerstraße Busterminal B/Stadtgalerien
• Wattens: ÖAMTC
• Hall: Gasthof Badl
• Innsbruck: Busbahnhof Heiliggeiststraße/Spardabank
• Völs: Jet Tankstelle CYTA
• Zirl West: Spar
• Pettnau: Rasthaus Rosenberger
• Telfs: Shell Tankstelle/Umfahrung


Paketpreis für den Shuttle-Transfer mit Hin- und Rückfahrt zu allen Stationen der „Sieben Leben des Maximilian“ (20.06.–23.06. & 28.06.–30.06.2019) pro Person EUR 95,00.

Ticket-Buchung und Fragen zum Bus-Transfer:

Martina Becker
Busreisen Tirol GmbH
0043 512 24555
martina.becker@lueftner.at

Stornobedingungen:
Für die jeweilige Veranstaltung kostenlos bis zur Anmeldefrist, danach bzw. bei Nichterscheinen 100%.

Alle Preise sind inkl. Steuern und Mautgebühren. Die Reisebetreuung findet durch einen qualifizierten Busfahrer statt.

Ein herzliches DANKESCHÖN an:
Abt German Erd (Abt von Stift Stams)
Josef Kretschmer (Verwalter Stift Stams)
Bettina Haßlwanter (Mitarbeiterin Stift Stams)
Frater Lukas (Stift Stams)
Walter Christl (Amtsleiter Gemeinde Stams)

Durchführender Veranstalter/ Projektleitung: kultur:schaffen / Eva Schintlmeister

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